CMD-Therapiekissen

Befreiung

für den Biss!

Wie funktioniert der FreeBite?

1. Wieso verspannen Kaumuskeln?

Kaumuskeln halten den Unterkiefer so zurecht, dass mit einer möglichst einfachen Bewegung die Verzahnung im Biss getroffen werden kann. Stützen z. B. die Backenzähne den Biss ungenügend, weil die durch Kippen oder Abschleifen zu niedrig geworden sind, so ziehen bestimmte Muskeln den Unterkiefer posterior näher an den Oberkiefer, damit auch diese Zähne in Kontakt gesetzt werden können. Dabei werden auch die Kiefergelenke komprimiert. Jedoch wird dieser Zustand nicht bei jedem Zubeißen erneut hergestellt, sondern auch dann aufrechterhalten, wenn nicht zugebissen wird, sodass die Zähne jederzeit blitzschnell passen aufeinander gelegt werden können. Die Spannung in diesen Muskeln bleibt so womöglich Tag und Nacht erhalten, bis sie verlernt haben, wieder zu entspannen.

2. Was bewirkt der FreeBite?

Mit jedem Biss auf Zähne, die zu tief oder verschoben stehen, entsteht auch ein Gefühl in den Parodontien (dem Zahnhalteapparat), das zurückmeldet, ob und wie gut das Ziel getroffen wurde. Wir nehmen dies nicht bewusst wahr, sondern auf dem Reflexweg, der die Muskelaktivitäten ständig überwacht und verfeinert.

FreeBite Therapiekissen sind nun extra so geformt, dass der erste Kontakt immer auf den hinteren Zähnen entsteht, das Gegenteil von dem Zustand also, unter dem viele CMD-Patienten leiden. Dieser Kontakt ist nachgiebig und verhindert nicht, dass auch andere Seitenzähne auf den Bisspolstern des FreeBite Kontakt finden. Jedoch entstehen dabei jetzt Reflexe, welche die Anspannung der Muskeln, welche die Kiefergelenke in einer Kompressionsstellung halten, überflüssig macht. Sie Abstützung auf dem FreeBite ist schließlich auch ohne diese sichergestellt.

Die Therapie mit dem FreeBite beginnt mit dem 5-15 minütigen Kauen darauf. Zum einen werden Muskeln dabei in Bewegung gehalten und ihre Versorgung mit frischem Blut und Sauerstoff angeregt, zum anderen wird die Lymphe gepumpt und fließt ab. Nach einer Weile bewegen sich Muskeln immer leichter und lernen wieder zu entspannen.

Später, wenn man sich an den FreeBite gewöhnt hat, muss man nicht ständig weiter darauf kauen. Die Muskulatur erinnert sich dann recht schnell daran, wie das Entspannen geht! Man muss nur vermeiden, mit den Zähnen auf den FreeBite zu pressen, denn dabei spannen Muskeln an, ohne sich zu bewegen.

3. Ist diese Wirkung auch messbar?

Ja. Jeder kann für sich z. B. die Mundöffnung vor und nach Kauen auf dem FreeBite messen, im Spiegel die Kopfdrehung nach links und rechts vergleichen, oder die Auswirkung auf eine andere Einschränkung von Bewegungen messen, wie z. B. durch den Hüftabduktionstest. Hier legt man sich auf den Rücken, zieht ein Knie an und stellt den Fuß neben das ausgestreckte Knie des anderen Beins. Nun sieht man einfach, wie weit das angezogene Knie nach außen fallen kann. Oft wird man nach dem Kauen auf dem FreeBite eine Verbesserung finden, manchmal aber auch nicht. Und dann weiß man, dass noch ein anderer Faktor im Spiel sein muss, als nur ein verschobener Biss.

Man kann aber die Wirkung auf die Muskelspannung auch unmittelbar messen, braucht dafür allerdings die aufwändige Technologie der Elektromyografie. In der Abbildung sieht man eine Vergleichsmessung am Schläfenmuskel (M. temporalis), dem Kaumuskel (M. masseter), dem großen Kopfwender (M. sterno-cleido-mastoideus) und dem Schultermuskel (M. trapezius), jeweils links und rechts.

Die linke Säule zeigt bei jedem Muskel den Ausgangswert, nachdem sich die Patientin so gut entspannt hatte wie sie konnte, die Säule jeweils rechts daneben zeigt die Ruhespannung nach Kauen auf dem FreeBite für 12 Minuten, die bis zu 76 % niedriger lag. Interessant ist hier, dass sich auch Hals- und Schultermuskeln entspannt haben, obwohl diese nicht bewegt wurden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sie in die Kompensation der Kieferhaltung eingebunden waren und dass in diesem Fall die Nackenschmerzen wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Bissverschiebung stehen. Mehr zu diesem Thema finden Sie in einem eigenen Beitrag im Bite Blog.

Auch die Beweglichkeit des Unterkiefers vor und nach Kauen auf einem FreeBite wurde vergleichend bei Patienten gemessen, die unter einer ausgeprägten CMD litten. Hierbei wurden keine Fälle aufgrund von irgendwelchen besonderen Umständen (z. B. Hypermobilität in Kiefergelenken) ausgefiltert, sondern es erfolgte lediglich eine berührungslose magnetkinesiographische Messung vor und nach dem FreeBite-Kauen bei 33 Patienten in chronologischer Reihenfolge. Für die Zweitmessung wurde der FreeBite zwischen den Zähnen belassen, wodurch der Biss durchschnittlich um 8 mm gehoben war und kein unmittelbarer Zahnkontakt mehr entstehen konnte.

Da sich beim FreeBite-Kauen verschobene Bisslagen ausgleichen können, darf man nicht davon ausgehen, dass die Zweitmessungen noch vom gleichen Startpunkt erfolgten. Daher wurde einfach die maximale Links- und Rechtsbewegung zu einer gesamten Beweglichkeit in der Transversalen zusammenaddiert. Alle Bewegungen wurden nicht von außen geführt oder forciert. 

Normalerweise stünde zu erwarten, dass die transversale Bewegung immer kleiner wird, je weiter die Zähne auseinander sind, bis am Punkt der maximalen Mundöffnung überhaupt keine Beweglichkeit in der Horizontalen mehr besteht. Jedoch trat eine Verringerung der transversalen Beweglichkeit nur in 9 von 33 Fällen auf, von denen 3 im Zehntel-Millimeter-Bereich liegen. Bei 23 Fällen konnte hingegen trotz der größeren Höhe durch den eingelegten FreeBite eine verbesserte Beweglichkeit zur Seite gemessen werden, bei 5 Patienten um mehr als 4 mm, was ein Hinweis auf die Lösung einer Blockade in einem oder beiden Kiefergelenken ist.

Auch die maximale Protrusion des Unterkiefers fällt umso kleiner aus, je weiter geöffnet der Mund ist. Würde kein Effekt eintreten, würde man daher bei eingelegtem FreeBite eine Verringerung der Vorschubbewegung erwarten. Jedoch war die Protrusion nur in 11 von 33 Fällen auch tatsächlich verringert. In 22 Fällen war die Protrusion nach dem FreeBite-Kauen vergrößert, in vier davon um mehr als 3 mm, was wiederum ein Hinweis auf die Auflösung einer Blockade im oberen Spalt der Kiefergelenke ist, welche deren Translation zuvor eingeschränkt hatte.

Nach der maximalen Mundöffnung wurden die Patienten angewiesen, bis zum leichten Kontakt mit dem FreeBite zu schließen. Nach einer Studie zur Höhe von Bisskissen bei kontrollierter Krafteinwirkung entspricht dies einem Abstand der Zähne von etwa 8 mm, um den die Zweitmessung mit eingelegten FreeBite korrigiert wurde. Dies war nötig, da es sich hier um tatsächliche Patientenfälle handelte, bei denen im Anschluss ein Bissregistrat zur Herstellung einer Schiene erfolgen sollte und ein Zubeißen in einen verschobenen Biss hätte den therapeutischen Erfolg des FreeBite-Kauens zunichte gemacht.

Patient Nr. 20 hatte sich bei diversen Extremsportunfällen wiederholt die Halswirbelsäule verletzt, daher kam bei ihm ein FreeBite air CCD zum Einsatz, der den Biss deutlich mehr sperrte.  Nach der ersten Messung der maximalen Mundöffnung bekam er Beschwerden im Nacken, die sich durch das FreeBite-Kauen nicht mehr ganz lösten. Außer bei ihm wurde bei 5 von 33 Patienten eine verringerte vertikale Beweglichkeit gemessen, 3 davon geringfügig.

Auf der anderen Seite wurden in 27 von 33 Fällen eine vergrößerte Mundöffnung gemessen in 12 Fällen um mehr als 4 mm, was wiederum ein Hinweis auf die Lösung von Gelenksblockaden ist.

Diese Messungen wurden nach 10-20 Minuten angefertigt, Vergleichsmessungen nach mehrmaligem Einsatz des FreeBites liegen noch nicht vor. Sie zeigen, dass die FreeBite-Therapie keine Wunderheilung, aber dennoch erstaunlich effektiv ist!

Neu hinzugekommen ist der FreeBite comfort. Solange die Bisskissen eine Keilform haben, können sie nicht niedriger als diese ausgeführt werden. So wollten wir auch eine flache und niedrige Form realisieren und haben dies gleich mit einer anderen Trageweise verbunden, um den Bedürfnissen möglichst vieler Anwender gerecht werden zu können.

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