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Häufige Fragen zum FreeBite

Mittlerweile konnten schon mit vielen Tausenden von FreeBites Erfahrungen gesammelt werden. Dennoch ist das Konzept relativ neu, sodass Fragen auftreten. Die häufigsten sind in der Folge aufgeführt.


Wozu den FreeBite?

Prinzipiell geht es um drei Anliegen: Herauszufinden, ob der Biss etwas mit Beschwerden (Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Kiefergelenkprobleme, Tinnitus usw.) zu tun hat, und zwar ohne an den Zähnen etwas zu verändern und hohe Kosten auszulösen. Wenn ja, sollen spezifische Faktoren im Biss identifiziert werden, welche die Probleme verursachen, damit sie gezielt behoben werden können. Und, last not least, soll der FreeBite auch eine möglichst schnelle Linderung von Schmerzen und anderen akuten Symptomen bewirken. Mehr Einzelheiten dazu gibt es hier.


Was ist am FreeBite anders als an anderen Bisskissen?

FreeBite Therapiekissen sind für die CMD-Therapie in zwei Phasen ausgelegt:

  • Bewegungstherapie zur Muskeldurchblutung
  • Stabilisierung

Chronisch verspannte Muskeln sind schlecht durchblutet, haben meist ein Sauerstoffdefizit und produzieren dadurch Säuren, welche die Gewebe verschlacken und druckempfindlich machen. Durch die Bewegungstherapie wird dieser ungünstige Zustand aufgelöst, sodass Kaumuskeln wieder gut durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden, während die Gewebeschlacken durch die Lymphbahnen abgeleitet werden.

Jedoch sind chronisch verspannte Muskeln auch bewegungsfaul. Man kennt dies, wenn man z. B. nach einer längeren Pause wieder einen Dauerlauf machen möchte. Anfangs scheint das über die Maße anstrengend, bis sich die Muskulatur wieder daran gewöhnt hat, überhaupt physiologisch zu arbeiten. Auch die erste Erfahrung mit einem FreeBite Therapiekissen kann als anstrengend empfunden werden und deshalb empfehlen wir, die Muskulatur in kleinen Schritten einzugewöhnen, indem man sein neues Therapiekissen zunächst nur für wenige Minuten trägt und die Tragezeiten ausdehnt, je besser die Kaumuskeln dieses Training vertragen, das im einfachsten Fall lediglich aus lockerem Kauen oder Tappen auf dem Therapiekissen besteht. Weiterführende Übungen sind im Buch „Erste Hilfe bei CMD“ beschrieben.

Mit der besonderen Form der FreeBite Therapiekissen kommt außerdem ein weiterer Faktor hinzu: die Form soll sicherstellen, dass darauf zuerst die hinteren Backenzähne kontaktieren. Damit man dies auch spürt, ist die Hülle der FreeBites etwas fester, als man dies von Kissen aus dünnen Folien kennt. Dadurch entsteht ein Muskelreflex, der den Trainingseffekt unterstützt. Da jeder Mensch eine andere Zahnbogenform hat, wären hierfür eine unüberschaubare Kombination aus Längen und Breiten für Therapiekissen erforderlich, bei FreeBites wurde aber ein viel einfacherer Weg gewählt: Sie sind nicht auf den Zähnen verankert, wie konventionelle Bisskissen, sondern liegen verschiebbar zwischen den Zähnen, sodass man sie ganz einfach so positionieren kann, dass die hinteren Zähne darauf kontaktieren.

Während der ersten Phase kauen sich FreeBite Therapiekissen ein und werden dabei weicher und anschmiegsamer. In der zweiten Therapiephase hat man sich an sein FreeBite Therapiekissen gewöhnt, empfindet es nicht mehr als Fremdkörper und hat auch keinerlei Bedürfnis mehr, mit den Zähnen auf das Kissen zu pressen. Jetzt kann es auch über längere Zeiträume hinweg getragen werden, bei Bedarf auch während der Nachtruhe.

Weitere Informationen erhalten Sie auch hier.


Woher weiß ich, ob der FreeBite für mich richtig ist?

Es müssen Seitenzähne vorhanden sein, auf denen der FreeBite aufliegen kann. Der FreeBite kann keinen Ausgleich erzielen, wenn z. B. auf einer Seite die Backenzähne fehlen. Wenn es sowieso schon schwierig für Sie ist, Ihre Lippen zu schließen, ist es möglich, dass die zusätzliche Höhe durch den FreeBite den Lippenschluss noch mehr erschwert. Wenn Sie auf den vorderen Zähnen im Biss keinen Kontakt haben, sondern nur auf den hinteren Zähnen aufkommen, kann die Keilform von FreeBite Therapiekissen u. U. als störend empfunden werden und die planen Bisspolster des FreeBite comfort oder ein anderes niedriges Bisskissen wären für Sie die bessere Lösung.


Welchen FreeBite soll ich nun wählen?

Für die meisten CMD-Patienten ist der FreeBite air medium die beste Wahl. Wer mehr Höhe und Federweg sucht, wählt den FreeBite air high. Wer damit nicht richtig klar kommt, sehnt sich vielleicht nach einer festeren Abstützung auf einem FreeBite gel. Wer Höhe zwischen den Zähnen schlecht verträgt, kann hingegen eine low-Variante oder den neuen FreeBite comfort ausprobieren. 100-prozentig kann man das im Vorfeld nicht voraussagen, daher gibt es auch reduzierte Vergleichssets. Es passt auch nicht ein Schuh auf jeden Fuß – hier ist es nicht anders! Ausführlichere Informationen zur Auswahl gibt es hier.


Ich komme mit dem FreeBite nicht zurecht, was soll ich tun?

FreeBite Therapiekissen dienen zunächst der Bewegungstherapie, insofern ist dieser nicht mit herkömmlichen Wasserkissen vergleichbar. Wir empfehlen, mit Tragezeiten von 5-10 Minuten zu beginnen, dabei den FreeBite locker zu kauen und zwischendurch den Mund immer wieder auch weit zu öffnen. Das lockert die Kaumuskeln erwiesenermaßen. Probleme gibt es, wenn man auf den FreeBite presst. Der Reflex zum Pressen wird durch die zunächst ungewohnte Abstützung auf den hinteren Zähnen ausgelöst, die aber gleichzeitig die Kiefergelenke entlastet. Daher sollte man längere Tragezeiten erst dann versuchen, wenn das Bedürfnis zu pressen verschwunden ist und man sich an den FreeBite gewöhnt hat. Sollte sich das Bedürfnis, mit den Zähnen auf dem FreeBite zu pressen, dennoch nicht nach ein paar Tagen gelegt haben, so ist es meist besser, auf eine niedrigere und ggf. luftgefüllte Variante oder auf ein anderes Bisskissen umzusteigen. Auch an den FreeBite comfort muss sich womöglich der ein oder andere Patient anfangs erst einmal gewöhnen, indem mit kürzeren Tragezeiten begonnen und diese dann nach und nach schrittweise ausgedehnt wird. Speziell wenn man weichere Bisskissen gewohnt ist, mag anfänglich der Kontakt auf der deutlich stabileren Hülle des FreeBites etwas fester erscheinen. Jedoch wird das Hüllenmaterial im Lauf der Zeit anschmiegsamer, da sich die Zähne etwas in die Hülle einformen und diese im Bereich der Kontaktstellen elastischer wird. 


Wie belastbar sind FreeBites?

FreeBites haben keine Schweißnaht, die aufgehen kann. Die Linie, die man an der Seite sieht, entsteht durch die teilbaren Formhälften, ist aber keine Naht. Scharfe Kanten an Kronen oder Prothesen können jedoch seine Hülle durchtrennen. Auch kann ein FreeBite versagen, wenn er einem Druck ausgesetzt wird, für den seine Hülle nicht konzipiert ist. Wie viel Druck die Hülle aushält, hängt auch davon ab, wie stark sie ausgeformt wird. Die Formen high und ultrahigh sind deutlich mehr ausgeformt, als die Formen low und medium, wodurch die Belastungsgrenze hier etwas niedriger liegt. Im Durchschnitt hält ein FreeBite erfahrungsgemäß 3-4 Wochen, manchmal auch durchaus länger oder auch kürzer, je nach Variante und der Intensität des Gebrauches. Die Gefahr eines vorzeitigen Defektes besteht besonders dann, wenn der FreeBite sofort durch die Nacht getragen wird, aufgrund der mangelnden Kontrolle über die ausgeübte Kraft. Wir empfehlen daher, sich zunächst tagsüber an den FreeBite zu gewöhnen, bis er auch über mehrere Stunden getragen werden kann, ohne dass darauf gepresst wird, bevor er auch nachts zum Einsatz kommt.


Ich habe meinen FreeBite kaputt gebissen – was nun?

Liegt die Leckstelle oben oder unten auf der Hülle, so wurde sie durch eine scharfe Kante durchtrennt. Bevor man den nächsten FreeBite gleich wieder kaputt beißt, sollte man sich solche Kanten beim Zahnarzt etwas abrunden lassen. Liegt die Leckstelle jedoch vorn in einer der beiden Hohlkehlen, so handelt es sich möglicherweise um einen Ausreißer beim Verschließen des FreeBites. Der Hersteller kann das genau erkennen und ein fehlerhafter FreeBite wird ohne viel Aufhebens ersetzt, sofern er nicht zu alt ist. Beachten Sie jedoch bitte, dass auch FreeBites nicht unbegrenzt belastbar sind und dass sie auch grundsätzlich keine Endlösung für ein CMD-Problem darstellen, sondern vorrangig dabei helfen, die Ursachen der CMD zu finden, die dann beseitigt werden sollten.


Setzt der FreeBite chemische Substanzen frei, enthält er BPA, Weichmacher, Phthalate oder ähnliches?

Nein. Die Hülle besteht aus einem einzigen Material, EVA, einem Co-Polymer aus Ethylen und Vinylacetat (auch Vinylkautschuk genannt). Anders als die Vinylverbindung im spröden PVC, das ohne Weichmacher praktisch nicht zu gebrauchen ist, ist Vinylkautschuk von sich aus weich wie Gummi. Erkennbar ist das auch an der Tatsache, dass die Hülle von FreeBites im Lauf der Zeit nicht versprödet, wie dies bei Kunststoffen üblich ist, die Weichmacher enthalten, sondern FreeBites werden mit ihrem Gebrauch im Lauf der Zeit sogar weicher! EVA wird bei mehreren Medizinprodukten eingesetzt, z.B. bei der Herstellung von Infusionsbeuteln, Sportmundschutzen oder elastischen Biss-Schienen, und gilt als gesundheitlich völlig unbedenklich. Auch die Füllung der gel-Varianten enthält lediglich destilliertes Wasser und Glycerin, das als Lebensmittelzusatzstoff auch unter der Ziffer E 422 zugelassen ist, und ebenfalls als gesundheitlich unbedenklich gilt.


Kann man FreeBite Therapiekissen irgendwie im Mund fixieren?

Ja, allerdings nicht als Hobbybastler, denn das Material, aus dem die Hülle besteht, ist identisch mit solchen, aus denen man Softschienen tiefzieht (z. B. Bioplast® der Firma Scheu Dental). Man kann es sehr gut mit sich selbst verschweißen, solange die Oberfläche sauber ist. So könnte man im zahntechnischen Labor z. B. eine Softschiene tiefziehen, deren Oberfläche anschmelzen und dann mit einem FreeBite verschweißen. Am besten macht man das auf Modellen, die in einem Artikulator eingestellt sind.

Allerdings ist die frei verschiebbare Auflage von FreeBite Therapiekissen gerade der Trick bei der Sache: man kann sie so zurecht schieben, dass man mit den hinteren Zähnen gleichmäßig darauf aufkommt, solange die Zahnbögen nicht radikal asymmetrisch geformt sind. So kann die Kaumuskulatur meist am besten entspannen.

Auch braucht man keine Sorge haben, FreeBites zu verschlucken, weil sie nicht fixiert sind. Dafür sind sie zu groß und sie können sich nicht falten.